Sie sind nicht angemeldet.

Tom_Admin

Administrator

  • »Tom_Admin« ist männlich
  • »Tom_Admin« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 3 709

Wohnort: Unterroth

Beruf: Rebell

  • Nachricht senden

1

Donnerstag, 4. Juni 2015, 19:53

Langsam wird´s ernst: Theologen kritisieren biblischen Fundamentalismus

Quelle und weiterlesen: http://www.idea.de/frei-kirchen/detail/t…smus-90978.html

Stuttgart (idea) – Gegen einen biblischen Fundamentalismus haben sich Theologen auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag in Stuttgart gewandt. Prof. Wilhelm Eppler (Kassel) nannte den Bibel-Fundamentalismus „ein Krisensymptom unserer Zeit“. Er gewinne an Zulauf, weil Gewissheiten ans Ende gekommen und Fundamente zerbrochen seien. Statt „Je mehr Moderne, desto weniger Religion“ gelte „Je mehr Moderne, desto mehr Fundamentalismus“. Eppler zufolge weist Fundamentalismus drei Merkmale auf: 1. Heilige Texte brauchen keine Interpretation, sie müssen nur umgesetzt werden. 2. Anderes Denken und Glauben darf es nicht geben. 3. Der Dialog wird verweigert.

Stuttgarter Pfarrer leugnet Auferstehung Jesu: „Wir glauben nicht an Zombies“

Pfarrer Prof. Christoph Dinkel (Stuttgart) forderte, dass die Verkündigung „wissenschaftliches Niveau“ erreichen müsse. Ohne Aufklärung und historisch-kritische Bibelauslegung werde Gottvertrauen verhindert. So sei Jesus Christus nicht über das Wasser gegangen, habe keine Blinden geheilt und keine Toten lebendig gemacht. Diese Erzählungen seien „als metaphorische Geschichten konzipiert“. Man könne sich jedoch darauf verlassen, dass Jesus gelebt habe. Indes bedeute „Auferstehung“ nicht die Wiederbelebung eines Toten. Dinkel: „Wir glauben nicht an Zombies.“ Lebendig sei Jesus in der Verkündigung, in der Kirche und in der Nächstenliebe. Nur so sei der Glaube attraktiv.

Professor: Fundamentalisten verstehen die Bibel als irrtumslos

Prof. Heinzpeter Hempelmann (Schömberg bei Pforzheim) sagte, ein fundamentalistisches Bibelverständnis verstehe die Bibel als irrtumslos und fehlerfrei. Es vermittele Gottes Standpunkt, bewahre vor Zweifeln und gehe davon aus, dass man nicht Theologie studiert haben muss, um die Bibel zu verstehen. Häufig seien bei Fundamentalisten Intoleranz und Unduldsamkeit zu beobachten. Ihr Glaube hänge nicht an Christus, sondern an der Bejahung einer fundamentalistischen Bibeltheorie: „Die Schrift tritt an die Stelle Christi.“ Als Beispiel für Bibel-Fundamentalismus nannte Hempelmann die Auslegung der biblischen Schöpfungsberichte. Wer behaupte, dass Gott die Welt in sechs Tagen von jeweils 24 Stunden geschaffen habe, lege etwas in die Bibel hinein, was diese weder sagen konnte noch wollte.

Prälatin: Fundamentalisten sind immer die anderen

Die Prälatin Gabriele Wulz (Ulm) meinte, niemand bezeichne sich selbst als Fundamentalist. Der Begriff sei hässlich. Fundamentalisten seien daher immer die anderen. Menschen mit einer solchen Einstellung seien davon überzeugt, dass sie für die richtige Sache kämpften. Sie hätten einen festen Bezugspunkt, von dem aus sie die Welt erklärten. Ihre Denkhaltung biete ihren Aggressionen ein Ventil. Sie verringerten komplexe Zusammenhänge und dächten in Freund-Feind-Kategorien. Irritierende Bibelstellen nähmen sie nicht zur Kenntnis. Wulz: „Sie haben Antworten, aber keine Fragen.“

Was christliche und islamische Fundamentalisten eint

Der Theologieprofessor Ulrich Körtner (Wien) vertrat die Ansicht, dass christliche und islamische Fundamentalisten eine Gemeinsamkeit hätten. Sie verstünden ihre Heilige Schriften – die Bibel bzw. den Koran – als unmittelbar von Gott gegeben. Körtner bekundete die Sorge, dass es unter Christen zu einem „Traditionsabbruch“ gekommen ist. Viele Bibelgeschichten seien inzwischen weitgehend unbekannt.

Jesus Christus, Petrus und Paulus wären demnach auch nur "böse Fundamentalisten" weil sie ständig die Schrift zitierten. Fürchterlich, wie weit es schon gekommen ist... :thumbdown:
Signatur von »Tom_Admin« Der HERR der Heerscharen ist mit uns; der Gott Jakobs ist unsere sichere Burg! (Psalm 46,8)
•Tom_Admins Ebooks kann man hier kaufen•

2

Freitag, 5. Juni 2015, 15:48

Lest einfach mal die Kommentare dazu auf der idea-Seite, es gibt noch Fundamentalisten, deren Fundament noch steht.
Signatur von »Annabel66« MARANATHA!

Denn suche ich jetzt Menschen zufrieden zu stellen oder Gott? Oder suche ich Menschen zu gefallen? Wenn ich noch Menschen gefiele, so wäre ich Christi Sklave nicht. (Gal 1,10) // ...sondern so, wie wir von Gott bewährt worden sind, mit dem Evangelium betraut zu werden, also reden wir, nicht um Menschen zu gefallen, sondern Gott, der unsere Herzen prüft. (1. Thess 2,4)

3

Freitag, 5. Juni 2015, 16:32

Ja, die Kommentare sind top. :thumbsup:

Seltsam auch, wenn es um Hitler und das 3. Reich geht, dass dann die ev. Kirche sehr gerne auf die ach so "bösen" Fundamentalisten verweist und sagt, dass sie als Kirche ja damals auch Widerstand geleistet hätte. Und das alles nur, um ihr eigenes damaliges Versagen zu vertuschen. Dafür sind die Fundamentalisten dann gut genug.

4

Sonntag, 7. Juni 2015, 21:19

Nachdem ich heute mal meiner Tochter diesen Link gezeigt habe und wir gemeinsam den größten Teil der Kommentare noch mal gelesen haben: Cool fand ich auch die Aussage in einem der Kommentare:

"Sie nannten sich Theologen - weil sie über Gott so viel logen."

Hatte ich bisher noch nicht gehört diesen Spruch - aber passt irgendwie. :hey:

Werbung © CodeDev