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Mittwoch, 29. März 2017, 21:38

Pessach

Palmsonntag

Diesen Tag aus dem Leben der Jünger Jesu möchte ich aus der Sicht des Eselfohlen beschreiben. Die Idee kam mir, weil soviele Menschen Mühe haben, sich auf die Sicht eines anderen einzulassen...



Der kleine Esel


Palmsonntag



hmmm... eigentlich war ich mit meiner Lage gar nicht
unzufrieden. Zwar war ich angebunden, aber neben mir war ja meine Mama. Da
konnte ich ja noch trinken und Futter hatte uns unser Herr auch hingestellt.


Stinklangweilig war es schon, so am gleichen Fleck zu stehen
und wenn ich weiter drüben die grüne Wiese sah, die jetzt, im Frühling, wieder
voller Blumen war, wäre ich doch gerne dort herumgetollt.


Menschen schlenderten durch die Gasse, die einen gemütlich,
die andern gehetzt, ein fröhliches Treiben.


Da kommen junge Männer daher. Sie bleiben bei mir stehen und
lösen meinen Strick ab. 'Was wird hier gespielt?' fragte ein Nachbar. 'Der
Meister braucht ihn', war die Antwort. Ja, wo war denn mein Herr? Er sagte kein
Wort dazu.


Die Männer brachten mich zu einem Mann, den sie Jesus
nannten, der versuchte sich auf meinen Rücken zu setzen. Das hätte er wohl
besser nicht getan! Mit allen Mitteln versuchte ich erst einmal den Reiter
loszuwerden. Vor Meisters Peitsche hatte ich panische Angst. Aber die schien
Jesus vergessen zu haben. Vielmehr flüsterte er mir sanfte Worte ins Ohr und
brachte mich so dazu, ihn in die Stadt hinein zu tragen.


War das ein Tumult: Palmzweige und gar Kleider legten die
Menschen auf den Boden. Und dann ging ein Jubel los... und ich? Ich durfte
Jesus zu diesen Menschen hintragen!!


Niemals mehr möchte ich zu dem alten Schinder zurückkehren!


Doch wie schon oft erstaunen mich die Menschen. Da jubelten
sie ihrem König zu. Doch wenige Tage später wurde meinem neuen Herrn der
Prozess gemacht. Er habe sich ungebührlich benommen munkelte man. Eine Peitsche
soll er genommen haben und habe im Tempel rumgetobt. Den Geldwechslern hat er
die Tische umgestoßen und alle Tauben fliegen lassen. Komisch, zu mir war er
die Güte selbst... So schlich ich durch die Gassen. Ich wollte wissen was hier
gespielt wurde. „Wir wollen nicht, dass dieser über uns herrsche!“ brüllte der
Mob. Es waren dieselben Leute die ihren König bejubelt hatten. Schon komisch,
die Menschen: als Lachnummer auf einem Esel hieß man ihn als König willkommen.
Aber herrschen sollte er keineswegs. Und das soll ich Esel begreifen?


Soweit, die Geschichte aus der Sicht des Esels... Aber geht
es mir nicht ähnlich? Jünger Jesu banden mich los und brachten mich zu ihm. Und
da war es nicht die teuflische Peitsche, es waren Worte der Liebe, die mich
dazu brachten, mit Jesus weiter zu gehen.


Frage ist nun: geritten wirst Du, aber von wem? Reitet Dich
Satan, wirst Du von ihm zu Tode geritten. Lässt Du Dich aber lösen und zu Jesus
führen, wird er Dich sanft ans Ziel bringen und Du wirst ihn zu den Menschen
tragen. Was wollen wir zulassen? Mit Jesus kommst Du ans Ziel!





Willy

2

Mittwoch, 29. März 2017, 22:08

Das Sedermahl






Der Herr Jesus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er
das Brot, dankte und brach's und sprach: Das ist mein Leib, der für euch
gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis. Desgleichen nahm er auch den Kelch
nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut; das
tut, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis.


1.Korinther 11,23-25


Wie oft hatte Gott wohl allen Grund gehabt, sich von seinem
Volk loszusagen. Er tat es nie, auch dann nicht, wenn er Israel die Folgen
seines Ungehorsams fühlen ließ. Er blieb immer ihr Gott und Vater. Immer wieder
lockt er seine Menschen, erweist Gnade vor Recht. Würde er das mit mir nicht
auch tun hätte ich wohl längst ausgepustet!


Mich beschäftigt jedoch vor allem was an diesem letzten, gemeinsamen
Abend geschah. Jesus wusste, dass dies das letzte gemeinsame Essen mit seinen
Jüngern sein würde. Er wusste auch um den Verrat des Judas.


Nach jüdischer Sitte sammelte sich die Familie zum Sedermahl.
Im konkreten Fall waren das Jesus und seine 12 Jünger. Dann war da aber noch
ein weiterer Platz oben am Tisch freigehalten und ein überzähliger Becher war
auch da. Man wollte zeigen, dass man den Messias jederzeit erwartete. Er sollte
diesen Platz einnehmen.


Schon einmal lasen wir von Jesus, dass er sich in der
Synagoge setzte und den Menschen erklärte, dass das Schriftwort über den
Messias, das er eben gelesen hatte, vor ihren Augen in Erfüllung ging. Damals
versuchten die Leute ihn über die Klippen bei Kapernaum zu stürzen...


Jesus tut zuerst das, was jeder Hausvater beim Sedermahl
tut: er taucht einen Brotbissen in die Schüssel und reicht dann das Brot den
Jüngern. Es galt als unverschämt vor dem Hausherrn oder gleichzeitig mit ihm
sein Brot in die Schüssel zu tauchen. Jesus spricht vom Verrat und sagt dann:
der mit mir in die Schüssel taucht ist der Verräter. Eine überaus gespannte
Lage. Judas war derjenige, der nun mit Jesus sein Brot eintauchte. Mehr will
ich hierzu nicht sagen.


Nun nimmt Jesus den Becher, der doch für den Messias
bestimmt war und reicht diesen seinen Jüngern. Trinkt alle daraus... Wirklich,
aus diesem Becher? Aber, daraus solltest doch nur Du trinken?! Damit erklärt
Jesus die Ära der ungezählten Sündopfer für beendet. Er ist das Opferlamm,
dessen Blut die Sünden nicht nur bedeckt sondern endgültig ausräumt. Damit,
dass die Jünger aus dem Becher des Messias trinken eröffnet Jesus die Ära des
königlichen Priestertums des Neuen Testaments. Diese Gnade steht allen, Juden
und Heiden offen. Schon Jesaja durfte es aussprechen: Gott sagte durch ihn: Ich
bin der Gott der ganzen Erde. So dürfen wir alle unsern königlichen
Priesterdienst wahrnehmen und Vater anbeten.


Welch wunderbare Berufung!


Willy

3

Freitag, 31. März 2017, 17:25

Vor Pilatus

Was soll ich denn machen mit Jesus?

Je länger der Zimmermann vor ihm stand, desto unsicherer
wurde der römische Prokurator. Sicher war er als Machtmensch bekannt der über
Leichen ging, wenn es galt seinen Vorteil durchzusetzen. Doch was war mit
diesem Jesus aus Nazareth? Ohne Zweifel, der Mann hatte Macht. Eine andere
Macht, der Pontius Pilatus bisher im Leben nie begegnet war. Das verunsicherte
ihn zutiefst.

"Weißt du nicht wem Du gegenüberstehst? Ich habe Macht
Dich umzubringen oder Dich freizulassen. Wer bist Du?"

Schweigen.

"Bist Du der König der Juden?"

"Bist Du selbst darauf gekommen oder haben Dir das andere erzählt?"

"So stimmt das also doch? Du bist also ein König!"

"Du sagst es! Ich bin ein König. Wäre mein Reich von
dieser Welt würden meine Diener kämpfen, dass ich Dir nicht ausgeliefert
werde..."

"Ich finde keine Schuld an ihm."

Aber im Tumult gehen diese Worte des Pilatus wohl unter. Schließlich hören wir die Frage:
"Was soll ich denn machen mit Jesus?" Das ist die Bankrotterklärung
des römischen Statthalters. Wenn dieser sich auch um nichts scherte, das Recht
beugte wie es ihm gerade passte: mit diesem Menschen konnte er das nicht tun.
Hier begegnete ihm eine Autorität, der er sich schwerlich entziehen konnte.

Und doch ließ er Jesus hinrichten wider besseres Wissen.

Da sitze ich im Gottesdienst und lausche der Predigt. Zum
ersten Mal werde ich Sünder genannt. Ich höre es klar: SCHULDIG des Todes. Ich
kann mich winden wie ich will. Ja, was soll ich denn machen mit Jesus, den sie
den König nennen? Ignorieren lässt er sich nicht. Wenn ich das versuche meldet
er sich wieder mit einer sehr unangenehmen Penetranz: Schuldig, ohne jeden
Zweifel! Doch dann sehe ich gerade diesen Mann, zerschunden und blutend. Ihm
wird das Kreuz brutal auf die Schulter geknallt. Nein! möchte ich schreien,
nein, nicht er war's! Ich sehe seinen Blick. Kein Hass nur sehr tiefe Trauer.
Unter der sengenden Sonne geht es hinaus aus der Stadt, weg vom Tempel. Hinaus,
wo die Schande nicht die Stadt beschmutzt. Und da wird er festgenagelt. Ich
vernehme die Hammerschläge, sehe wie das Kreuz mit brutalem Ruck aufgerichtet
und in den Boden gerammt wird.

Ich winde mich. Nein, nicht er war's! Ich möchte schreien,
bleibe aber stumm... Stimmt, er trug meine Sünde, nahm auf sich meine
Schmerzen. Die Strafe liegt auf ihm zu meinem Frieden und durch seine Striemen
bin ich geheilt.

"Wir lesen gerade Jesaja 53. Bitte, lies uns dieses
Kapitel vor als wäre es für Dich allein geschrieben." Ich schlucke,
stottere, habe jede Mühe zu lesen. Zum ersten Mal habe ich keine Möglichkeit
dem Geschehen auf Golgatha auszuweichen. Schuldig, s c h u l d i g,
S-C-H-U-L-D-I-G!! Dieses Wort gellt in meinen Ohren. Aber er, e r, E-R trug die
ganze Schuld für mich. Er trug auch meine Schuld hinweg durch seinen Tod am
Kreuz. Ich bin frei!

Willy

4

Samstag, 1. April 2017, 23:10

Danke lieber Willy!

Ja alle drei Feste des Herrn erfüllten sich in Jesus! Der Pessach deutet auf dem vollkommenen Lamm Gottes, das Fest der ungesäuerten Brote zeigt die Unschuld Jesus, und das Fest der Erstlinge ist der Tag der Auferstehung!

Nun aber ist Christus von den Toten auferstanden, als Erstling der Entschlafenen.
1Kor 15,20

Würdig ist das Lamm, das geschlachtet ist, zu empfangen die Macht und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Ruhm und Lobpreisung!
Offb 5,12




Liora
Signatur von »Liora« Lehre mich tun dein Wohlgefallen! denn du bist mein Gott; dein guter Geist leite mich in ebenem Lande!
Psalm 143,10

5

Sonntag, 2. April 2017, 16:18

Der unendlich lange Tag.


Für einige Menschen wurde das wirklich ein sehr langer Tag.
Die Ratsherren bekamen wohl kalte Füße. Die Leichen mussten ja noch vor dem Fest
verschwinden. Da war das leere Familiengrab eines reichen Bürgers. Schnell
holte man Jesu Leichnam vom Kreuz und legte ihn da hinein. Was aber, wenn Jesus
tatsächlich auferstehen sollte? Er hatte es doch gesagt…


Die Sonne konnte es wohl nicht ertragen, sie verfinsterte
sich als Jesus starb. Der Vorhang im Tempel riss entzwei. Der Weg ins
Allerheiligste ist offen: Jesu Blut redet besser als das Blut der Sündopfer.
Auch meine Sünde wurde weggeschafft durch Jesu Blut.


Mich beeindruckt aber der römische Offizier, der dort Wache
schob: als er Jesu letzte Worte hörte schrie er entsetzt auf: dieser ist
wirklich Gottes Sohn gewesen!! Er, der Heide, erkannte den Heiligen – die geistlichen
Führer Israels verstanden nichts.


Willy

6

Sonntag, 2. April 2017, 19:19

Was sucht ihr den Lebendigen bei den Toten? Er ist nicht hier!




Der Sabbath endet mit Sonnenuntergang.




…dann beginnt der erste Tag der Woche. Nun waren da einige
Frauen auf dem Weg zum Grab. Sie wollten wohl besser nicht gesehen werden, denn
sie wollten Jesus eine letzte Ehre erweisen. Ihre Sorge war aber der Stein, der
das Grab verschloss: wie sollten sie den verschieben? Sie fanden das Grab offen
und leer. Dann aber erscheinen ihnen Männer, die ihnen erklären, dass Jesus
lebt… „Sagt es den Jüngern, insbesondere Petrus,“ lautete der Auftrag an die
Frauen. Ja, Frauen durften als erste die Auferstehung bezeugen.


Diese Botschaft ist mir sehr wichtig: die Kraft, die Jesus von
den Toten auferstehen ließ hat auch mein Leben völlig umgekrempelt. Sie
gestaltet meinen Alltag mit. Ich habe neues Leben schon hier. Das ist Gnade.
Auch in meinem Leben war es eine Frau, durch die ich Jesu Liebe erfahren durfte: sie lebte ihre Bibel im Alltag, die beste Bibelübersetzung die ich kenne... Das war meine Mama!
Willy

7

Montag, 3. April 2017, 19:33

Golgatha

Die Bibel sagt: Ich will euch von all eurer Unreinheit erlösen.
Hesekiel 36,29

Ihr wisst, dass ihr nicht mit vergänglichem Silber oder Gold erlöst
seid von eurem nichtigen Wandel nach der Väter Weise, sondern mit dem
teuren Blut Christi als eines unschuldigen und unbefleckten Lammes.
1.Petrus 1,18-19

Wie muss sich Adam gefühlt haben, als Gott ein Schaf schlachtete um ihm
und Eva Kleider zu machen und ihre Blöße zu verbergen? Wegen der Sünde
der Menschen starb ein unschuldiges Lamm.

Wie oft dachte wohl Isaak an jenen Tag als sich auf dem Hügel Morija ein Widder im Gestrüpp
verfing. Der konnte nichts dafür, aber er starb an Isaaks Stelle.

Ich denke an den alljährlichen Versöhnungstag in Israel. Da wurde dem Sündenbock die ganze Sünde des Volkes Israel aufgeladen. Damit wurde er in die Wüste geführt und laufen gelassen. Ein zweiter Bock wurde
geschlachtet. Sein Blut wurde ins Allerheiligste getragen und dort wurde alles damit besprengt. Ohne Blut durfte niemand diesen Raum betreten.

David spricht in Psalm 22 das Geschehen auf Golgatha an: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Er erlebt ein Stück weit, was Gott erfuhr, als sein Sohn die Sünde der Welt auf sich nahm.

Jesaja durfte Golgatha sehen: er spricht vom unschuldigen Lamm, das um meiner Sünde willen zur Schlachtbank geführt wird. Die Strafe liegt auf ihm zu meinem Frieden und durch seine Wunden bin ich geheilt!

Ich sehe Johannes, der Jesus begegnet. Sein Ruf geht unter die Haut: Siehe, das ist Gottes Lamm welches die Sünde der Welt hinwegträgt.

Dann sehen wir Jesus am Kreuz. Er sagte Worte, die die Welt verändern sollten: Es ist vollbracht!

Er stand vor dem Bild und konnte sich nicht losreißen. Es war das schmerzverzerrte Gesicht eines jungen Mannes, dem man einen Kranz aus dornigen Zweigen aufgesetzt hatte. Kein schöner Anblick. Darunter
standen die Worte, von denen sich der junge Nikolaus Graf Zinzendorf nicht lösen konnte:

Das tat ich für dich – was tust du für mich?

Der Hebräerbrief erinnert uns daran, dass es ohne Blutvergießen keine Vergebung gibt. Mehr Worte sind im Moment nicht nötig!

Willy

8

Samstag, 8. April 2017, 16:52

Die jungen Männer hatten eben ihren Meister verloren. Der
wütende Mobb hatte ihn den Römern ausgeliefert. Er wurde hingerichtet. Dazu
hatten noch einige Frauen sie recht durcheinandergebracht. Sie behaupteten er
lebe und werde ihnen in Galiläa begegnen…


Nun, gehen wir mal dahin, schlimmer kann‘s nicht werden. Ja,
dem Petrus ging es wohl am schlechtesten. Jesus hatte ihm prophezeit, dass er
ihn noch vor dem Hahnenschrei dreimal verleugnen werde. Und nun? Wo er ging
hörte er wohl den Hahn krähen: Verräter!


Ich geh fischen, das konnte Petrus, darin war er Meister.
Seine Kameraden gehen mit. Gefangen haben sie wieder mal nix.


Ein Mann am Ufer spricht die Fischer an und gibt ihnen
Weisungen… Es ist der Herr, flüstert Johannes dem Simon zu. Da ist dieser nicht
mehr zu halten: Mach mit mir was du willst, aber ohne dich kann ich nicht mehr
leben, mag er denken. Er wirft sich nackt ins Wasser und eilt zu Jesus…


Da hört er keinen Vorwurf. Vielmehr erhält der Mann einen
neuen, klaren Auftrag: Geh, fische Menschen.


Es war auf der Bibelschule: Willy, morgen predigst du! meinte
Papa Gyllroth. Nein Papa, bitte nicht, das kann ich nicht, ich bin nicht
Pastor, ich bin Drechsler! – Dann drechselst du uns ne Predigt. Morgen hören
wir dich! - Ich wollte mich gern hinter meiner Drehbank verkriechen und andern
zuhören. Aber diese Chance bekam ich nicht… Wie Petrus, der fischen ging wäre
auch ich am liebsten davongelaufen. Aber ich bekam meinen klaren Auftrag:
Lehre, und das tu ich bis heute.


Bis heute hat sich nix geändert: stecke ich mal im Eimer
holt mich Vater bestimmt mit neuer Arbeit da raus… er kennt ja seinen
workaholic!


Willy

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