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Samstag, 24. Juni 2017, 17:17

Jesus in der Rockdisco

Was ich vor wenigen Tagen noch für ein Gerücht hielt, ist nun amtlich, die stark charismatisch geprägte „Akzente Gemeinde", die der Evangelischen Kirche angegliedert ist, will sich aktiv für die Erhaltung der traditionellen Rockdiscothek „Belinda“ einsetzen. Unter der Überschrift: „JESUS WÜRDE IN DIE BELINDA GEHEN!“, war am 20.06.2017 in einen Zeitungsartikel (1) zu lesen, dass sich die Akzente Gemeinde der Aufgabe verschrieben hat, dem Ort Sulzbach das Kulturgut „Rockmusik“ zu bewahren. Willi Beck, der nicht nur einer der neuen Mitpächter der Sulzbacher Rockdiscothek, sondern auch Diakon der evangelischen Kirchengemeinde und Leiter der Akzente-Gemeinde ist, erklärt: „Wir sind allesamt leidenschaftliche Rockfans und eben auch leidenschaftliche Christen“. Weiter bekundet er die Wichtigkeit, dass die Rockdiscothek Belinda als Begegnungs- und Kulturstätte für Sulzbach und Umgebung erhalten bleibt.

Als Beck davon gehört habe, wie schlecht es um die Belinda bestellt sei, habe er sich mehr und mehr in die Idee verliebt, die Belinda zu neuem Leben zu erwecken. Die Kultdiscothek sollte zum 30. März schließen, da galt es schnell zu agieren. Schnell konnte er seine Kirchengemeinde, die er als kleine Rockgemeinde bezeichnet, für diese Idee begeistern: „Viele gingen und gehen immer noch in die Belinda und haben bis heute eine hohe Affinität mit der Sulzbacher Institution“, berichtet er und ist erfreut, dass viele Gemeindemitglieder bereits ihre Spenden oder ehrenamtliche Hilfe zugesagt haben. Auf die Frage, wie der Kultkessel und die Akzente-Gemeinde zusammenpassen, antwortet er lachend: „Keine Angst, es muss keiner am Eingang das Vaterunser sprechen.“ Weiter lässt er wissen, dass ihm gute Rockmusik wichtig sei und die Belinda sowieso. „Ich bin mir sicher, wenn Jesus heute wiederkommen würde, er würde in die Belinda gehen“, sagt er überzeugt und lacht. „Hier geht es klar um die Kultur, die Gemeinschaft und die Begegnungsstätte, die sich über Jahre hinweg in Sulzbach und der größeren Umgebung etabliert hat“, lautet sein Statement, wobei es Ziel sei, die Discothek wieder in die Gewinnzone zu bringen. „Zunächst wird es den bisherigen Belinda-Betrieb, dienstags und samstags, geben“, erklärt Beck. Der Dienstagabend bleibt beim klassischen Belinda-Rock. An den Samstagen werden verschiedene Formate angeboten. Am ersten Samstag des Monats ist die Discothek geöffnet für Ü-30-Rocker, am zweiten Samstag bestreiten zwei DJs die „Good-Mood-Party“, am dritten Samstag findet die Ü-31-Ladies-Night statt, am vierten Samstag ist Mixed Music angesagt. Sollte es einen fünften Samstag geben, dann gibt’s die „Belinda History Party“, bei der Musik gespielt wird, die auch schon früher im Kultkessel lief. Also AC/DC, Deep Purple, Led Zeppelin, Black Sabbath, Judas Priest, Iron Maiden,…
Darüber hinaus will die Akzente-Gemeinde die Räumlichkeiten für spirituelle Veranstaltungen wie Rockgottesdienste nutzen. „Wir wollen Rocken und Glaube verknüpfen. Es ist doch interessant, die Kirche aus ihrem traditionellen Kontext rauszulocken. Motto: Wenn es klappt, ist es wunderbar. Wenn es nicht klappt, haben wir es wenigstens versucht.“ Die Belinda ist trotz Rückendeckung der Gemeinde und vielen Ehrenamtlichen aller Altersklassen eine Herausforderung. Doch was für die Gesellschafter zählt, ist die Aktion: „Wir sind begeistert von der Vision, etwas machen zu können.“

Was wir hier sehen, ist das typische Macherchristentum unserer Generation, wo scheinbar jegliche Art von Aktionismus mehr Bedeutung hat, wie das, was Gott von einer christlichen Gemeinde erwartet, und das ist und bleibt eben nicht die Gleichstellung mit dieser Welt, sondern die Absonderung von der Welt, denn wer ein Freund der Welt sein will, der macht sich zum Feind Gottes. Ist es nicht bedauernswert, wenn sich das Christentum so anbiedert, als sei es notwendig jedem Trend dieser Welt hinterherzuhecheln? Steht die Welt auf Rock, muss man schnell zusehen christliche Rockmusik zu liefern, verlangt die Jungend nach Hipp Hopp oder Rapp, dann gilt es schnell christliche Hipphopper und christliche Rapper aus dem Hut zu zaubern.

Genau wie es damals bei Aaron der Fall war, fühlt man sich dazu berufen, immer dem nachzugeben, was die Masse fordert. Damals wollten die Kinder Israels um ein goldenes Kalb tanzen, auch sie verstanden es ausgelassene Partys zu feiern. Wer die Bibel kennt, weiß wie es ausgegangen ist.
Heute wird unterstellt, Jesus sei ein großer Fan der Rockmusik, doch für was steht diese Musik, wenn nicht für Sex and Drugs and Rock ’n’ Roll? Und was sind die beliebten Symbole der CD-Cover? Es sind in der Regel satanische und okkulte Motive. Dass diese Musikrichtung von der Macht der Finsternis geprägt und begeistert ist, kann auch unschwer daran erkannt werden, dass das Fingerzeichen der Rockmusik der sogenannte Teufelsgruß ist. Diese Musikszene ist bekannt für Sex- und Dorgenexzesse, sie hat in den 70er Jahren die Hippiebewegung ausgelöst und freie Liebe propagiert. Man sehe sich nur mal das Leben dieser Rocklegenden an, man sehe sich an, wo die meisten von ihnen enden. Manche sind in ihrem eigenen Erbrochenen erstickt, andere starben an einer Überdosis, wieder andere haben Selbstmord begangen. Das sind die großen Idole denen man nacheifert und von deren Musik man sich beeinflussen lässt.
Kann es Aufgabe einer christlichen Gemeinde sein Jugendliche für so etwas zu gewinnen? Für die Charismatiker offensichtlich kein Problem, da muss der Name Jesus ohnehin für alles herhalten. Jesus der Hardrocker, Jesus der Rapper und in der Hillsong Gemeinde ist man sogar schon so weit, dass man einen nackten Cowboy auftreten lässt (2), alles natürlich im Namen Jesu, weil Jesus ja auch alles toleriert. Verwunderlich ist nur, dass ER zweimal den Tempel gereinigt hat. Dieses Haus soll ein Bethaus sein, hat Jesus gesagt, doch heute macht man daraus eine Rockfabrik und lässt Stripper auftreten, Hauptsache man kann Menschen ködern.

Man stelle sich nun die Rockdiscothek vor, samstags bis tief in die Nacht, genau genommen bis in den Sonntag hinein, laufen solche Rockklassiker wie, Highway to Hell, Hells Bells, Number of the Beast und wenige Stunden später folgt dann der fetzige Rockgottesdienst, mit genauso lauter und aggressiver Musikbegleitung nur eben, dass dann nicht mehr Satan und die Hölle gefeiert und besungen werden, sondern Jesus und der Himmel.

Aktuell studiere ich übrigens den 2.Petrusbrief, wobei ich mich auch intensiv mit der Geschichte von Bileam befasse, und zwar weil Petrus vor falschen Lehrern gewarnt hat, über die er sagte: Sie verlassen den richtigen Weg und gehen in die Irre und folgen dem Weg Bileams (2.Petr 2,15). So der HERR will, werde ich in Kürze eine Beitragsreihe dazu starten. Was bei Bileam hervorsticht, ist sein unmöglicher Spagat, es Gott und der Welt rechtmachen zu wollen. Gott hatte ihm klar aufgezeigt, dass ihn dieser Weg ins Verderben führen würde, dennoch behielt er seinen Kurs unbeirrt bei, weil er es nicht wahrhaben wollte, dass man nicht zwei Herren zugleich dienen kann. Einerseits wollte er nichts von dem verpassen, was die Welt zu bieten hat, auf der andern wollte er sein Glaubensbekenntnis aufrechterhalten. So betonte er immer und immer wieder nur zu reden, was der HERR ihm auftragen würde, zeigte jedoch durch seinen Ungehorsam, dass Gottes Wort keine wirkliche Autorität über sein Leben hatte. Was auf diese Halsstarrigkeit folgte war völlige Verblendung und das Ende davon war das Gericht Gottes (vgl. 4.Mo 31,8 ).
Doch warum komme ich an dieser Stelle auf Bileam zu sprechen? Ich habe ihn erwähnt, weil er in gewisser Hinsicht auch ein Vorläufer der charismatischen Szene ist: Gott hatte ihm klar untersagt gemeinsame Sache mit den heidnischen Moabitern zu machen, doch er wollte das nicht so stehen lassen und beschloss den HERRN noch einmal zu befragen. "Dass ich erfahre, was der HERR weiter mit mir reden wird" (4.Mo 22,19), lautete sein Argument. Und warum wollte er das in Erfahrung bringen? Der HERR hatte doch zuvor klar gesagt: "Geh nicht mit ihnen!" (V.12) Er wollte es, weil er sich mit dem zuvor Gesagten nicht zufriedengab. Genauso verhalten sich auch Pfingstler und Charismatiker, die sich ständig nach neuen Offenbarungen ausstrecken. Warum können sie sich nicht am geschriebenen Wort Gottes begnügen lassen? Weil sie andere Wege gehen wollen als den schmachvollen schmalen Weg der Nachfolge, sie suchen Ehre und Anerkennung in der Welt, genau das war auch Bileam versprochen worden.

Wenn ich mich nun kritisch hierzu äußere, dann nicht um zu richten oder zu verurteilen, sondern um Menschen die diesen Irrweg eingeschlagen haben zur Umkehr aufzurufen. Wo man sich mehr von Eindrücken, Visionen und Gefühlen leiten lässt, anstatt seinen Glauben auf den festen Grund des geschriebenen Wortes zu bauen, handelt es sich nicht um den schmalen Weg wahrer Nachfolge, sondern um den Weg der endzeitlichen Verführung. Und dies sage ich nicht als Unbeteiligter, sondern als jemand der jahrelang selbst Teil dieser Bewegung war.



Quellangaben:
1. http://www.bkz-online.de/node/1052816
2. https://www.cbuch.de/blog/Hillsong_laess…wboy_auftreten/

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