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Mittwoch, 22. März 2017, 10:26

Kopfbedeckung - wann sollte eine Frau ihr Haupt verhüllen?

Eingangs den zugrundliegenden Bibelvers aus dem Korintherbrief: 1.Korinther 11:

Zitat

1 Seid meine Nachahmer, wie auch ich Christi.
2 Ich lobe euch aber, dass ihr in allem meiner eingedenk seid und die Überlieferungen, wie ich sie euch überliefert habe, festhaltet.
3 Ich will aber, dass ihr wisst, dass der Christus das Haupt eines jeden Mannes ist, der Frau Haupt aber der Mann, des Christus Haupt aber Gott.
4 Jeder Mann, der betet oder weissagt, indem er etwas auf dem Haupt hat, entehrt sein Haupt. 5 Jede Frau aber, die betet oder weissagt mit unbedecktem Haupt, entehrt ihr Haupt; denn es ist ein und dasselbe, wie wenn sie geschoren wäre.
6 Denn wenn eine Frau nicht bedeckt ist, so werde ihr auch das Haar abgeschnitten; wenn es aber für eine Frau schändlich ist, dass ihr das Haar abgeschnitten oder sie geschoren werde, so lass sie sich bedecken.
7 Denn der Mann freilich soll nicht das Haupt bedecken, da er Gottes Bild und Herrlichkeit ist; die Frau aber ist des Mannes Herrlichkeit.
8 Denn der Mann ist nicht von der Frau, sondern die Frau vom Mann;
9 denn der Mann wurde auch nicht um der Frau willen geschaffen, sondern die Frau um des Mannes willen.
10 Darum soll die Frau eine Macht auf dem Haupt haben, um der Engel willen.
11 Dennoch ist weder die Frau ohne den Mann, noch der Mann ohne die Frau im Herrn.
12 Denn wie die Frau vom Mann ist, so ist auch der Mann durch die Frau; alles aber von Gott.
13 Urteilt bei euch selbst: Ist es anständig, dass eine Frau unbedeckt zu Gott bete?
14 Oder lehrt euch nicht auch selbst die Natur, dass, wenn ein Mann langes Haar hat, es eine Unehre für ihn ist?
15 wenn aber eine Frau langes Haar hat, es eine Ehre für sie ist? Weil das Haar ihr anstatt eines Schleiers gegeben ist


In welchem historischem bzw. kulturelevantem Kontext muß man diese Gedanken betrachten? Muß man es überhaupt oder bedeutet es eine Relativierung der Schöpfungsordnung, die ja ebenfalls hier angesprochen wird, wenn sie sich nur auf die damalige Versammlung beziehen würde?
Inwieweit können wir diese Verse betrachten und verstehen ohne einen unterschwelligen Einfluss feministischer-emanzipatorischer Theologie, die ohne Frage einen modernen (sprich antibiblischen), zeitgeistigen Standpunkt einnimmt. Mit anderen Worten, wie Unvoreingenommen können wir Paulus Worte betrachten?
Was löst beispielsweise die Gegenprobe bei uns aus, wenn ein Mann anfinge, beim Gebet in der Versammlung sein Haupt zu bedecken? Eine bloße Ansicht kultureller Traditionen oder steckt noch mehr dahinter?

Zum Einstieg hier eine Ansicht auf DWGLoad von Michael Happle : Die Kopfbedeckung

Christinas Link möchte ich hier noch der Vollständigkeithalber wiederholen: https://www.amazon.de/100-Fragen-zur-Bibel-Bd/dp/3856663630 bzw. als Gesamtband: https://www.amazon.de/mal-100-Fragen-zur-Bibel/dp/3856663592

Ich möchte dies vorläufig, als Material-bzw. Meinungsammlung ansehen, um sich ein Bild zu verschaffen, wie der Stand der Diskussion aussieht. Dazu gehören dann natürlich auch relevante Fragen, wie ich sie oben schon angeführt hatte.

3

Donnerstag, 23. März 2017, 04:29

Und dann natürlich L. Gassmann in einem Video zu dieser Frage:


4

Freitag, 24. März 2017, 09:30

Ich habe mir die Predigt von Lothar
Gassmann angehört. Ich finde es schwierig mit der Kopfbedeckung.
Würde ich in seine Gemeinde gehen und keine Kopfbedeckung tragen,
hätte ich das Gefühl nicht dazu zu gehören und als ungehorsam Gott
gegenüber abgestempelt zu werden, es besteht ja schon eine gewisse
Erwartungshaltung dies bezüglich, zwar sagt er, es sei jedem selbst
überlassen, aber es sei eine Sache des Gehorsams, womit er sicher
auch irgendwie recht hat. Ich selbst würde dort wahrscheinlich eine
Kopfbedeckung tragen, aber nicht aus Gehorsam, sondern weil ein
gewisser Gruppenzwang herrscht. Ich kann mir einreden, es aus
Gehorsam Gott gegenüber zu tun, bin ich ehrlich zu mir selbst, wäre
es wahrscheinlich nicht so. Auch im stillen zu Hause, trage ich, wenn
ich bete, eine Kopfbedeckung, merke ich, wie ich eine gewisse
Arroganz entwickle, ich denke „sieh her, ich mache es richtig!“
und bilde mir ein mein Gebet hätte mehr Gewicht. Das ist nicht
gehorsam und nicht demütig.

Wie ist es denn mit der Unterordnung
der Frau, wenn sie selbst Christin ist, der Mann aber nicht und er
auch nicht möchte, dass sich seine Frau mit solchen Themen
beschäftigt, oder in eine Gemeinde geht? Muss sie sich hier auch
unterordnen und darf ihren Mann auch nicht eines besseren belehren?

5

Freitag, 24. März 2017, 09:51

Zur Predigt von M. Happle

Michael Happle argumentiert ganz klar von der Schöpfungsordnung her, die auch in der Gemeinde sichtbar werden soll.
Das bedingt, dass dies durch natürlich in erster Linie durch entsprechendes Verhalten gelebt wird, aber auch durch die angesprochene Symbolik demonstriert wird.

Ab Minute 19:57 bringt er die Erklärungen dafür: Der Mann repräsentiert das Bild und die Ehre Gottes und zwar in direkter Weise.
Die Frau soll anerkennen, dass dem Mann die Verantwortung für die Leitung gegeben ist und sie ihm dabei Gehilfin ist.

20:39 Der Mann ist Gottes Bild und Ehre, die Frau ist jedoch die Ehre des Mannes. Wenn aber in der Gemeinde Gottes Bild und Ehre sichtbar sein soll, nämlich durch den Mann, der dies repräsentiert, dann soll die Frau in einer gewissen Weise nicht sichtbar sein (sprich sich bedecken).
Ausgedrückt wird durch die Bedeckung folgendes: 22:08 Der Mann ist direkt nach Gottes Bild geschaffen, deswegen stellt der Mann direkt die Ehre und das Bild Gottes dar, der den Auftrag bekommen hat Gott zu dienen. Die Frau ist ihm dabei Gehilfin.
Er betont immer wieder den Grundgedanken, das Gottes Ehre sichtbar werden soll und dies geschieht unter anderem durch die Anerkennung der Schöpfungordnung.

Ab 23:00 kommt eine weitere Begründung, nämlich die Sichtbarkeit der Gemeinde für die Engel. Eine Passage, die man sich unbedingt anhören sollte, denn sie macht deutlich, dass es eben nicht allein um menschliche Befindlichkeiten geht, sondern der himmlische Bereich einbezogen ist.
Die Engel sind immer Teil der Gemeinde. 'Die Engel gelüstet an der Gemeinde die Weisheit Gottes zu sehen' , ein wirklich erhebender Gedanke meiner Ansicht nach und sehr schön ausgedrückt.

In Min. 35:41 betont er noch mal die grundsätzliche Frage der Schöpfungsordung um die es hier geht und verweigert sich daher einer kulturbedingten Auslegung. Im folgenden geht er noch auf eine heute übliche Auslegung am Beispiel der Obertaler Studienbibel ein, das heute eine Nicht-Bedeckung kulturell nicht mehr als Rebellion gegen die Männer verstanden wird, wobei er deutlich macht, diesen Text kulturbezogen auszulegen, nicht folgen zu können.

Michael Happle macht also deutlich, dass heute wie damals, das Anerkenntnis der Schöpfungsordnung auch in der Versammlung durch Bedeckung der Frau beim Gebet Gültigkeit besitzt, schränkt aber in seinen Schlussworten die Bedeutung ein, da es für ihn wichtigere Aspekte im Christenleben gibt, als diese Symbolik streng einzufordern. Hier ist er für meinen Geschmack in seiner Gedankenführung nicht stringent, denn eine grundsätzliche Bejahung dieser Praxis, schließt eine Überlassung nach eigenem Gutdünken aus. Das Argument es gäbe 'Wichtigeres', welches heute so beliebt angeführt wird, ist letztlich gesehen nach meinem Dafürhalten ein Ausweichmanöver und damit in diesem Fall eine butterweiche Abkehr, von dem was er eigentlich als richtig erkannt hatte.

6

Freitag, 24. März 2017, 10:33

Ich habe mir die Predigt von Lothar
Gassmann angehört. Ich finde es schwierig mit der Kopfbedeckung.
Würde ich in seine Gemeinde gehen und keine Kopfbedeckung tragen,
hätte ich das Gefühl nicht dazu zu gehören und als ungehorsam Gott
gegenüber abgestempelt zu werden, es besteht ja schon eine gewisse
Erwartungshaltung dies bezüglich, zwar sagt er, es sei jedem selbst
überlassen, aber es sei eine Sache des Gehorsams, womit er sicher
auch irgendwie recht hat.


Hi Annelie,

zu guter Letzt ist es, wie auch Michael Happle in seinen Schlussworten anführt, eine Sache zwischen Dir und Gott.
Weswegen auch kein Streit darüber geführt werden sollte, denn eine Schwester, die zwar eine Kopfbedeckung trägt, aber ansonsten wesentliche Grundsätze eines Christenlebens außer acht läßt, entlarvt sich durch ihr Verhalten.
Und umgekehrt, eine Schwester ohne Kopfbedeckung, aber verinnerlichtem Christsein, repräsentiert viel mehr die Schöpfungsordnung, als es durch ein äußeres Symbol kenntlich gemacht werden könnte.
Erst wenn Inneres und Äußeres erkennbar zusammenpassen, wird das sichtbar, was Menschen und Engel beobachten können: Eine Frau zur Ehre Gottes
Nichtsdestotrotz gibt es natürlich die 'Wächter', die auf Äußerlichkeiten mehr wert legen, als auf die innere Beschaffenheit und zwar sowohl bei sich als auch bei anderen.
Aber vielleicht hilft der Gedanke, das du es für Gott und seiner Versammlung machst und nicht für Menschen, die nur Äußeres erfüllt sehen möchten. Insofern mag ein gruppenkonformer Anpassungsdruck vorhanden sein, deine Motive müssen aber aus deinem Gewissen kommen.
Andere sind für ihre Motive und ihrem Gewissen allein verantwortlich.

Zitat



Auch im stillen zu Hause, trage ich, wenn
ich bete, eine Kopfbedeckung, merke ich, wie ich eine gewisse
Arroganz entwickle, ich denke „sieh her, ich mache es richtig!“
und bilde mir ein mein Gebet hätte mehr Gewicht. Das ist nicht
gehorsam und nicht demütig.


Also ich verstehe es bisher so, dass die Kopfbedeckung nur für die Versammlung gilt! Die Gegenwart Jesu, der Engel, des Mannes und der Frau in der Abbildung einer von Gott gewollten Hierarchie mit entsprechender Symbolik. Würde, wenn du allein bist, weniger bis keinen Sinn machen. Aber wie gesagt, das ist lediglich meine Auffassung.

Zitat


Wie ist es denn mit der Unterordnung
der Frau, wenn sie selbst Christin ist, der Mann aber nicht und er
auch nicht möchte, dass sich seine Frau mit solchen Themen
beschäftigt, oder in eine Gemeinde geht? Muss sie sich hier auch
unterordnen und darf ihren Mann auch nicht eines besseren belehren?


Eine Christin wird sich ja christliche Grundsätze zu eigen gemacht haben, die sie aus Gehorsam gegenüber Gott nicht preisgeben kann. Die Frage ist also, wem ist zu gehorchen, wenn ein Widerspruch auftritt?
Ein unchristlicher Mann handelt ja nicht in Übereinstimmung mit seiner Verantwortung Gott gegenüber. Hier wird es also immer zu Konflikten und Kontroversen kommen, die eine Priorität Gottes beeinhalten sollte.
Was genau aber bedeutet, 'eines Besseren belehren'? In alltäglichen Dingen des Zusammenlebens und der Gestaltung der Ehe oder in geistlich, biblischen Dingen?
Für beides braucht es natürlich Fingerspitzengefühl, ansonsten mögen die Positonen so unterschiedlich sein, dass nur Streit und Mißtrauen die Folge ist. Ich glaube, wenn eine Frau das Herz des Mannes erreicht, wird einiges möglich sein. :-)

Tom_Admin

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7

Freitag, 24. März 2017, 12:00

Also ich schätze Lothar Gassmann für seine Bibelauslegungen und Predigten sehr. Er hat auch viele gute Bücher geschrieben. Aber ich frage mich, ob sich ein Sünder, der gerade erst zum Glauben gekommen ist, sich gleich mit den Kleidervorschriften. wie im Bild dargestellt, identifizieren kann. Natürlich muss die Gemeinde sich von der Welt abgrenzen, aber man kann alles übertreiben. Ein bisschen Individualität sollte schon vorhanden sein, meiner Meinung nach. Das mit der Kopfbedeckung weiß ich nicht, interessiert mich auch nicht, weil ich ein Mann bin. :..ätsch..: Aber es ist trotzdem gut, dass das Thema angesprochen wird, denn hier lesen und schreiben ja viele Frauen mit!
Signatur von »Tom_Admin« Der HERR der Heerscharen ist mit uns; der Gott Jakobs ist unsere sichere Burg! (Psalm 46,8)
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8

Freitag, 24. März 2017, 12:52

Aber das ist ja weniger ein Problem,Tom. Der Bekehrte wird sich vermutlich so verhalten, wie es seinem Reifegrad entspricht. Das wird auch die Versammlung berücksichtigen. Und Individualität, na ja, die modischen Detail einer Kopfbedeckung sind sicherlich Geschmackssache :D

9

Freitag, 24. März 2017, 17:59

Ich merke gerade, die Kommentare hier gehen in eine ganz andere Richtung, als wie ich das erwartet hatte und als wie das der ebenfalls bibeltreue Benedikt Peters auslegt. Deshalb möchte ich (besonders Annelie) nochmal empfehlen sich vielleicht mal den 3. Band von Benedikt Peters zuzulegen: https://www.amazon.de/100-Fragen-zur-Bibel-Bd/dp/3856663630 (dort zu finden unter Frage 94) Ist gebraucht ja wirklich ein Schnäppchen. (Oder vielleicht sogar die ganze Buchreihe https://www.amazon.de/mal-100-Fragen-zur-Bibel/dp/3856663592 ) Dann kann man diese Auslegung mit den Auslegungen der anderen Autoren vergleichen und seine eigenen Schlüsse ziehen, was man nun überzeugender findet.

Ich kann an der Stelle hier leider nicht 11 Buchseiten reinstellen. Rechtlich wäre das sicherlich auch nicht erlaubt. Ich will nur mal ein kleines Beispiel anführen von S. 158, dass es meiner Ansicht nach deutlich macht, dass es sich mit der Kopfbedeckung damals in Korinth nur um eine kulturell bedingte Anweisung der schöpfungsmäßigen Ordnung halten kann. Die schöpfungsmäßige Ordnung gilt immer und zu allen Zeiten, findet aber in unterschiedlichen Kulturen und zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedliche Anwendung.

Zitat


"Zur alttestamentlichen Kleidung - auch der Männer (!!!) - gehörte jedoch die Kopfbedeckung (!!!). Man bedeckte ihn mit einem zu einem Dreieck gefalteten Tuch, das mit einer Schnur um den Kopf befestigt wurde. .......Über die Kleidung des Hohenpriesters gibt uns die Bibel auch viele Anhaltspunkte. Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang, dass der Hohepriester sich nur dann ohne Lebensgefahr dem Herrn nahen durfte, wenn er vollständig nach Gottes Vorschrift handelte und gekleidet war, das heisst nur im Sinn seines Amtes als Hohepriester und nicht als Einzelperson. Der Hohepriester trug ebenfalls eine Kopfbedeckung (Turban, vergl. 2. Mose 28, 2-39). Die Kopfbedeckung war auch ein Zeichen der Ehrfurcht vor Gott. Die Bibel berichtet ja oft, dass im Zeichen grosser Trauer der Trauernde seine Kleider zerriss und das Haupt entblösste. Dem Hohenpriester war das nicht erlaubt (3. Mose 10,6). Damit will ich deutlich machen, dass im AT die Männer ihr Haupt bedeckten. Ich schreibe deshalb biblisch begründet, dass "damals in Korinth" ein Mann, der mit bedecktem Haupt betete oder weissagte, nur deshalb sein Haupt entehrte, weil dies nicht der kulturell bedingten Anweisung der schöpfungsmässigen Ordnung entsprach (bedeckt oder unbedeckit kann daher nicht schöpfungsmäßige Ordnung sein (!!!))."

Ganz am Ende des Kapitels (S. 167) schreibt er dann:

Zitat

"Die schöpfungsmäßige Ordnung ist verbindlich. Wenn Frauen oder Männer sie ignorieren, schaden sie sich selbst. Die Kopfbedeckung bzw. Verhüllung in der Gemeinde zu Korinth war inmitten dieser kulturellen Sitte Ausdruck der schöpfungsmässigen Ordnung. Bei uns ist dieser kulturelle Ausdruck ewig gültiger schöpfungsmässiger Ordnung nicht mehr derselbe. Wenn einige denken, die Kopfbedeckung habe auch heute noch dieselbe Bedeutung für "wirklich gläubige" Frauen, und sie das aus Gewissensgründen im Zusammenhang mit dem Gehorsam gegenüber Gottes Wort sehen (wie beim Götzenopferfleisch), soll dies nicht zum Streit führen. Doch es muss aus Glauben getan werden.

Ich bin aber überzeugt, dass es im ganzuen Abschnitt um bedeutend mehr geht als um den Schleier, der den damaligen Umständen entsprach: Es geht grundsätzulich um das Bejahen der schöpfungsmäßigen Ordnung."


Soweit erstmal. :)

10

Freitag, 24. März 2017, 18:50

Hallo Christina,

vielen Dank für die Sichtweise Benedikt Peters.

Zu fragen ist dazu, inwieweit man das Amt und die Funktion des Hohe- Priesters als schöpfungsmäßige Ordnung ansehen kann. Wenn, dann hatte er ja die Stellung als Übermittler zwischen Gott und den Menschen inne. Das ist die Position, die Jesus später als wahrer Hohepriester einnahm.
Wenn mein Argument stimmig sein sollte, dann wäre eine Bedeckung logisch, denn er stellte nur symbolisch den wahren Mittler dar. Insofern müßten wir beachten, welche Rolle hier angeprochen wurde, die wir miteinander vergleichen.

Weiter könnte man anführen, dass eben mit dem NT in Vielem neue Richtlinien galten, die auch heute noch verbindlich sind und nicht nur kulturell zu damaligen Zeit gelten sollten. Mit dem Argument der Kulturrelevanz könnte man ansonsten so manches wegdeuten.

11

Freitag, 24. März 2017, 20:21

Lieber Karyopse,

ich habe ja nur einen sehr kurzen Ausschnitt von Benedikt Peters Argumentation wiedergegeben. Man müßte vielleicht das ganze Kapitel im Zusammenhang lesen für eine rechte Beurteilung seiner Argumentation.

Wie ich oben zitierte, gehörte die Kopfbedeckung ja nicht nur zum Hohepriester, sondern zur Kleidung aller Männer im AT. Wenn das aber so ist, dann kann es ja nicht schöpfungsmäßig sein. Sonst müßten auch die Männer im NT von Paulus dazu angehalten werden, eine Kopfbedeckung zu tragen. Es ist jedoch genau das Gegenteil der Fall: "Jeder Mann, der beim Beten oder bei erbaulichen Reden eine Kopfbedeckung trägt, entehrt sein Haupt;....." (1. Kor. 11, 4)

12

Samstag, 25. März 2017, 06:58

Ja, Christina, das hast du Recht, das wäre nützlich und wird demnächst erfolgen. Benedikt Peters argumentiert sicher nicht nur im luftleerem Raum ;)

Ob und inwieweit die Religionsausübung damals eine Schöpfungsordnung abbilden sollte, weiß ich jetzt nicht. Eine Gemeinde mit Jesus als Oberhaupt gab es ja noch nicht, insofern ergab sich später eine andere Konstellation. Eine Schöpfungsordnung war zwar in den Schriften des Gesetzes ablesbar, aber inwieweit sie wie gesagt bei den Ritualen eine Rolle spielte und ob überhaupt, müßte erforscht werden. Es stellt sich also die Frage inwieweit eine Ableitbarkeit und Vergleichbarkeit mit früheren Traditionen gegeben ist.

Die Gemeindebildung mit Christus als Haupt war ja eine neue Einrichtung und so spricht Fred Colvin (siehe Link oben) auch von einer apostolischen Tradition, wie auch beispielsweise das Herrenmahl. Und apostolische Traditionen sind nach seiner Auffassung bindend.

Es bleiben also Fragen und damit eine Bewertung offen.

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Samstag, 25. März 2017, 15:11

Danke für die Kommentare! Ich bin etwas erleichtert, dass es noch eine andere scheinbar Bibeltreue Auslegung gibt. Ich werde das auf jeden Fall mal lesen. :-)

14

Montag, 27. März 2017, 09:58

Fred Colvin (siehe Link Teil 2) sagt, die Wirklichkeit sei wesentlicher als das Symbol. Das, was die Symbole zum Ausdruck bringen, sei wesentlicher als das Symbol selbst. Damit plädiert er nicht für einen Verzicht auf die Symbole, sondern macht deutlich, dass Symbol und innere Einstellung übereinstimmen sollten, ansonsten bliebe eine inhaltsleere Symbolik. Das Symbol sollte nicht zur Formalität verkommen, sondern die Anerkenntnis der Frau widerspiegeln, dass in der Versammlung die Schöpfungsordnung Gottes gilt.
Wenn Frauen mit der Kopfbedeckung Probleme haben führt er es auf folgende Gründe zurück: (ab Min. 36:00)

Das erste und häufigste Problem: Ein grundsätzliches Problem mit der Rolle der Frau in der Bibel. Si e wollen sich nicht unterordnen und bäumen sich auf gegen diese symbolische Maßnahme

Der zweite Grund: Frauen kommen aus Traditionen die es nicht praktizieren. Sie wollen es nicht wahrhaben, dass das was ihre Gemeinde praktiziert irgendwie schief sein könnte. Sie fühlen sich angegriffen durch eine Praxis die in ihrer Gemeinde nicht vorhanden ist. Als Erklärung: Wenn jemand was praktiziert was in der Bibel steht und du praktizierst es nicht, fühlst du dich angegriffen, mit den Reaktionen der Verteidigung und des Dagegenseins.

Der dritte Grund: Frauen kommen aus einer Gemeinde wo diese Dinge praktiziert wurden, aber unglaubwürdig. Beispiel: Frauen die sich ihrem Mann bekanntermaßen nicht unterordnen, sich aber in der Versammlung bedecken. Das wird als Heuchelei empfunden.

Diese Gründe lehnt Colvin als unbiblisch ab, weil die Bibel etwas anders sagt.

Fazit: Colvin macht unmißverständlich klar, dass er die Kopfbedeckung in der Versammlung für biblisch erforderlich hält.

15

Montag, 27. März 2017, 13:01

Hallo Karyopse, ich hoffe, dein bestelltes Buch kommt bald bei dir an. Ich bin ja schon sehr gespannt, ob du noch an den Ausführungen von Fred Colvin festhalten wirst (ich muss dazu sagen, ich habe seinen Vortrag nicht gehört), nachdem du das Kapitel von Benedikt Peters bzw. Bruno Schwengeler gelesen hast. Das Buch wurde ja von Beiden herausgegeben und ich habe grad festgestellt, dass das 94. Kapitel von B.Schwengeler verfaßt wurde. Aber das ist ja eigentlich auch egal, es sei nur noch mal der Korrektheit wegen erwähnt.

16

Montag, 27. März 2017, 14:51

Hallo Christina,

ich hoffe, es kommt in den nächsten Tagen. Am besten noch vorm Urlaub.

Die Ansichten von Happle, Colvin und Gassmann sind ja vorerst nur Teile des Puzzles 'Kopfbedeckung' und sollen einen Überblick für diese Diskussion darstellen. Die Gegenmeinungen fehlen ja noch sozusagen. Schlussfolgerungen werden erst dann gezogen, wenn das Meinungsspektrum einigermaßen absehbar ist.
Natürlich braucht man nicht eine aggressive feministische Theologie zu Rate ziehen, denn deren Interpretationen der Bibel sind stark ideologisch behaftet, aber eine kleine Auswahl hinreichend zuverlässiger Bibellehrer bringt einem die Thematik und deren Argumente näher.
An Colvin kann ich nicht festhalten, weil ich in einem gravierenden Punkt etwas völlig anders verstehe, aber das kommt mit dem nächsten Beitrag. Nichtsdestotrotz bildet die Darstellung seines Bibelverständnisses in diesem Punkt einen wichtigen Beitrag bei der Findung dessen, was als biblisch angesehen werden kann.

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