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Tom_Admin

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1

Sonntag, 8. September 2013, 15:30

Zwischen den Extremen: Lehre und Gefühlsleben

Meine Meinung, was meint ihr dazu?

Zwischen den Extremen – Die ausgewogene Lehre und das Gefühlsleben

Wenn der Teufel versucht jemanden auf einen falschen Weg zu bringen, dann tut er dies damit, indem er die Christen, denen er schaden will, versucht in die Extreme zu treiben. Wenn wir uns die Christenheit anschauen, dann erkennen wir große Extreme in Lebensführung und der Anwendung der Lehre.
Bei manchen Pietistischen und wirklich bibeltreuen Brüdergemeinden steht hauptsächlich der Verstand im Vordergrund. Gefühle, so sagt man, seien nicht wichtig, sondern nur, das man glaubt. „Gefühle sind schlechte Ratgeber“, sagt man, was auch stimmt. Aber sie sind eben auch da und oft stärker als der Verstand. Der Verstand, den wir von Gott bekommen haben, ist an sich ein wichtiges Werkzeug durch das Leben zu gehen. Kein Mensch könnte sein Leben ohne Verstand leben, ebensowenig mit Vernunft und Einsicht. Bei vielen Denominationen wird auf das Beharren und Annehmen der biblischen Lehre und auf das Für-wahr-halten von Lehrmeinungen sehr großer Wert gelegt. Das theologische Anerkennung der Dogmen und Lehre, wird als Glaube ausgelegt, obwohl das noch nicht heißen muss, dass das Glaubensleben in Ordnung vor Gott und vor sich selber ist. Wenn man nur noch den Glauben als theologisches Wissen betrachtet, und ein anderer, der eine andere als die eigene Meinung hat, gegen die eigene Lehrauffassung ist, dann streitet man über diese Dinge sehr häufig. Die Liebe bleibt dabei auf der Strecke und nicht wenig verlassen ihre „engstirnigen“, „unbelehrbaren Brüder“, die sowieso falsch liegen und wegen ihrer Ansichten vielleicht sogar in Hölle kommen.

Ein Beispiel: Anna, nennen wir sie Anna, hat ein großes Problem in ihrem Leben. Sie hat lange und ausführlich für diese Problem gebetet, aber Gott hat diese wichtige Bitten scheinbar ignoriert und ihr Problem ist fast noch schlimmer geworden. Bei jedem Gebet, das sie jetzt spricht, spürt sie einen Frust in sich, der sich langsam zum Zorn steigert. Ein anderer Christ sagt ihr, dass Zorn gegen Gott eine Sünde sei und sie dafür Buße tun sollte. Sie will ihren Zorn unterdrücken, doch er wird immer stärker. Was soll sie tun? Personen, die Zorn in sich haben, ihn aber unterdrücken, werden irgendwann bei irgendeiner Kleinigkeit, die sie in das Problem erinnert oder bei ungerechter Behandlung, in die Luft gehen und explodieren. Unterdrückte Gefühle sind wie ein Vulan, der zwar jahrelang still sein kann, aber eines Tages trotzdem wieder ausbricht, denn er war stets unterirdisch aktiv, auch wenn man das von Außen nicht sah.

Gefühle kann man nicht mit dem Kopf versuchen zu lösen, sie müssen heraus. Hätte Anna schon früher angefangen ihre Enttäuschungen in klarer Art und Weise vor Gott auszubreiten und ihm ihr Leid zu klagen, dann würde es zu keinem Ausbruch des Zorns kommen. Wenn man also die Gefühle nicht ernst nimmt, dann können sie zum Verhängnis werden. Daher ist eine reine Lehre, ohne auf die Gefühle einzugehen, nicht die richtige Lösung unseres Lebens als ganzheitlicher Mensch.

Ein anderes Problem ist, dass man nur noch über Gefühle spricht und sie auslebt, ohne auf den Kopfglauben zu achten. Vor allem in Pfingst- und Charismatischen Kreisen ist dies so. Hier werden die Gefühle durch besondere Worship-Lieder angeheizt. Durch die Emotionen entstehen Eindrücke und Weissagungen, von denen man meint, dass sie von Gott kommen würden, letztendlich aber nur aus der eigenen Seele und manchmal sogar vom Teufel. Durch die Vielzahl der Prophezeiungen, Zungenbotschaften und Eindrücke, die auf der emotionalen Ebene stattfinden, wird man in seinen Gefühlen mal enthusiastisch werden und beim anderen mal so emotional verwirrt sein, dass man meinen könnte, man befinde sich auf einer Achterbahn. Viele Christen aus diesen Gruppen, die meinen, auf dem richtigen Weg zu sein, besuchen ein Power Event nach dem anderen. Wenn das tolle, bunte Event vorbei war, landen sie wieder auf dem Boden und sehen den Alltag meistens grau und sie werden depressiv. Ihre Gefühle sind derartig verwirrt, dass sie sich verselbständigt haben und nun ein Kreis aus Hochgefühl und Niedergeschlagenheit entstanden ist.

Hier wäre dann wieder der Kopfglauben wichtig. Das Wort Gottes zu studieren und sich nur von ihm belehren zu lassen. Wenn im Kopf alles wohlgeordnet ist, dann kommen auch die Gefühle zur Ruhe. Die richtig Lehre ist hierbei unentbehrlich.

Gefühle sind wichtig und sie sollten nicht unterdrückt werden. Ebenso ist auch der Kopf- oder Verstandesglaube wichtig. Beides sollte nicht vernachlässigt werden.

Wer Probleme damit hat, der sollte die Psalmen lesen und dementsprechend beten. In den Psalmen lernen wir, wie die Psalmisten ihre Gefühle zu Gott bringen und vor ihm ausbreiten. Man nennt das auch „das Herz ausschütten“. Hier können wir nicht nur negative Gefühle benennen, sondern auch positive. Auf dieser Welt werden es viele negative Psalmen sein, weil Christus noch nicht seine Herrschaft angetreten hat. Wenn wir unsere Gefühle zu Gott bringen, dann wird er uns eine biblische Wahrheit übermitteln, durch die es unseren Gefühle wieder gut gehen wird.

Weder das ein, noch das andere Extrem ist gut. Sondern nur der Mittelweg. Glaube ist kein Gefühl, aber der richtige Glaube erzeugt gute Gefühle. Die Wahrheit wird euch freimachen.
Signatur von »Tom_Admin« Der HERR der Heerscharen ist mit uns; der Gott Jakobs ist unsere sichere Burg! (Psalm 46,8)
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2

Sonntag, 8. September 2013, 16:19

Zitat

Wenn wir unsere Gefühle zu Gott bringen, dann wird er uns eine biblische Wahrheit übermitteln, durch die es unseren Gefühle wieder gut gehen wird.


Zitat

Weder das ein, noch das andere Extrem ist gut. Sondern nur der Mittelweg. Glaube ist kein Gefühl, aber der richtige Glaube erzeugt gute Gefühle. Die Wahrheit wird euch freimachen.



Diese Aussagen würde ich auf jeden Fall so unterschreiben. :)

Vielleicht noch als Anmerkung. Ich persönlich glaube, dass wenn wir Zorn gegenüber Gott verspüren, das evtl. darin begründet liegen mag, dass wir, auch wenn wir Christen sind, (immer noch) in manchen Punkten ein falsches Gottesbild haben. Vielleicht denken wir manchmal bewußt oder unbewußt, dass Gott uns irgendwie etwas schuldig wäre. Und jetzt tut er trotz unserer Bitten nichts oder vermeintlich nichts und wir sind enttäuscht. Doch in Wirklichkeit ist Gott mir absolut überhaupt gar nichts schuldig. Dessen muß ich mir einfach bewußt werden. Dann werde ich auch gegenüber allem, was mir an Schwerem im Leben begegnet ruhiger. Letztendlich liegt doch alles in seinen guten Händen und auch das, was mir nicht gut erscheint, wird er mir doch zum Guten dienen lassen, auch wenn ich das in dem Augenblick, wo mich die Schwierigkeiten zu erdrücken scheinen, noch nicht so erkennen kann. Paulus ist uns da ein Vorbild. Er hat Gott auch gebeten, aber Gott sagte zu ihm: "Lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig." Und Paulus ließ sich daran genügen.

"Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der HERR; sondern soviel der Himmel höher ist denn die Erde, so sind auch meine Wege höher denn eure Wege und meine Gedanken denn eure Gedanken." (Jes. 55, 8+9)

"Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum besten dienen." (Röm. 8, 28 )

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Christina« (8. September 2013, 16:26)


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3

Sonntag, 8. September 2013, 16:33

Ja, das stimmt. Im Fall "Zorn" ist auch das Buch Jona eine sinnvolle Lektüre. Wie geduldig ging Gott mit diesem zornigen Mann doch um.
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4

Montag, 9. September 2013, 20:54

Lieber Tom!

Deine Artikel über die Gefühle finde ich unglaublich gut und es ist wichtig darüber zu reden. Sehr viele auch geistliche sowie seelische Probleme entstehen dadurch, dass die Gefühle entweder unterdrückt oder überbetont werden. Ja, die Psalmen sprechen offen über die Gefühle ohne es zu überbetonen. Wir müssen lernen unsere Sorgen, Schmerzen, aber auch Freude und Dankbarkeit an die richtige Ort zu bringen, nämlich zu unserer Vaters Hand.

Jesus selber hatte Gefühle und hatte sie nie unterdrückt. Ja, Er hatte sogar Zorn und Wut empfunden, als Er sah was in Gottes Haus alles veranstaltet wurde.

Und er fand im Tempel die Ochsen- und Schafe- und Taubenverkäufer, und die Wechsler dasitzen. 15 Und er machte eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle zum Tempel hinaus, sowohl die Schafe als auch die Ochsen; und die Münze der Wechsler schüttete er aus, und die Tische warf er um; 16 und zu den Taubenverkäufern sprach er: Nehmet dies weg von hier, machet nicht das Haus meines Vaters zu einem Kaufhause. 17 Seine Jünger [aber] gedachten daran, daß geschrieben steht: "Der Eifer um dein Haus verzehrt mich".
Jn 2,14-17

Oder weinte:

Und als er sich näherte und die Stadt sah, weinte er über sie
Lk 19,41

Hatte tiefes Mitgefühl:

Und als Jesus aus dem Schiffe trat, sah er eine große Volksmenge und wurde innerlich bewegt über sie; denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und er fing an, sie vieles zu lehren.

oder andere Übersetzung:

Als Jesus aus dem Boot stieg und die vielen Menschen sah, ergriff ihn tiefes Mitgefühl, denn sie waren wie Schafe ohne Hirten. Da nahm er sich viel Zeit, um sie zu belehren.
Mk 6,34

Doch von einer Überbetonung der Gefühle warnt uns auch der Schrift:

Denn es wird eine Zeit sein, da sie die heilsame Lehre nicht leiden werden; sondern nach ihren eigenen Lüsten werden sie sich selbst Lehrer aufladen, nach dem ihnen die Ohren jucken 4 und werden die Ohren von der Wahrheit wenden und sich zu Fabeln kehren. 5 Du aber sei nüchtern allenthalben, sei willig, zu leiden, tue das Werk eines evangelischen Predigers, richte dein Amt redlich aus.
2Tim 4,3-5

Zitat

Hier wäre dann wieder der Kopfglauben wichtig. Das Wort Gottes zu studieren und sich nur von ihm belehren zu lassen. Wenn im Kopf alles wohlgeordnet ist, dann kommen auch die Gefühle zur Ruhe. Die richtige Lehre ist hierbei unentbehrlich.


Die richtige Lehre ist hierbei unentbehrlich.

Ja, so denke ich auch.

Smile_Smiley
Signatur von »Liora« Lehre mich tun dein Wohlgefallen! denn du bist mein Gott; dein guter Geist leite mich in ebenem Lande!
Psalm 143,10

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